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Zauberhafte Romantik, romantischer Zauber.
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Undine: Berlin 1811 (Taschenbuch) Mit dieser Bezeichnung lässt sich die märchenhafte Erzählung des Romantikers Friedrich de la Motte Fouqué um das liebreizende Wasserwesen Undine wohl am treffendsten umschreiben. Der kleine, bezaubernde Wassergeist Undine betritt die Welt der Menschen mit dem Ziel, eine Seele zu erlangen, sich dadurch zu vermenschlichen und in der Menschenwelt zu bestehen. Dies entpuppt sich jedoch als große Herausforderung, welche Undine auf eine harte Probe stellt. Die ihr innewohnende Herzensgüte, die heitere Unabhängigkeit und die harmonische Weltsicht, die sie als Wasserwesen stets begleitet haben, sind in der Menschenwelt fatal und naiv: Undine muss sich gesellschaftlichen Normen fügen, ist durch ihren Ursprung noch immer an die Kommunikation mit anderen Naturwesen gebunden, wirkt dadurch ein wenig unheimlich auf die Menschen und erkennt leider nicht, dass in dieser Welt auch Böses geschieht. Sie heiratet den edlen Ritter Huldbrand und meint, das vollkommene Glück gefunden zu haben, doch merkt sie nicht, dass sie eine fiese Gegenspielerin, Bertalda, hat, welche ebenfalls interessiert an Huldbrand ist und auf hinterlistige Art und Weise versucht, diesen für sich zu gewinnen. Undine meint in ihrer kindlichen Naivität, dass Bertalda ihr freundschaftlich gesinnt ist und merkt nicht, dass sie einen Keil zwischen Undine und Huldbrand treiben will und der Plan mehr und mehr aufzugehen scheint.
"Undine" wird definitiv fast jede Art von Leser zufrieden stellen können, denn man erfreut sich entweder an dem wunderschönen Schreibstil Fouqués, welcher nicht selten an alte Märchengeschichten erinnert, oder an der bitteren Tragik der Erzählung mitsamt ihrer gesellschaftskritischen Note. Die Kontraste zwischen Mensch und Natur werden schaurig-schön umschrieben: Undines alte, utopische Wasserwelt voller Glück, Freiheit, Schmerz- und Sorglosigkeit steht im extremen Gegensatz zur menschlichen Gesellschaft, die von gesellschaftlichen Normen, Betrug und Scheinheiligkeit geprägt ist und das Leben in ihr zum tragischen Geflecht aus Materialismus und Leid werden lässt. Undine ist zu rein, zu schön, zu perfekt für diese Welt. Eine bezaubernde Erzählung, welche nicht umsonst zu Fouqués bekanntesten und beliebtesten Werken gehört.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 14. März 2005 |